|
Innenminister befürwortet Gesetzesänderung Der bayerische Innenminister Joachim Hermann will für Bayern ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot einführen. Wie in Baden-Württemberg soll künftig auch in Bayern nachts kein Alkohol mehr an Tankstellen verkauft werden dürfen. Hermann bezieht sich bei seinem Vorstoß auf die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2009. Demnach sind 16 Prozent aller Straftaten in Bayern unter Einfluss von Alkohol geschehen. Gegenüber dem Jahr 2008 war das ein Anstieg von 3,7 Prozent.
„Alkohol – das belegen die Zahlen eindeutig – ist der Aggressionsverstärker Nummer eins", so Herrmann. Diese Entwicklung sei auf die ständige Verfügbarkeit von Alkohol zu jeder Nachtzeit zurückzuführen, so der Innenminister. Hermann fordert ein nächtliches Verkaufsverbot: „Wir müssen die rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von harten Alkoholika unterbrechen." In Baden-Württemberg hingegen formiert sich zunehmend Widerstand gegen die seit dem 1. März geltende Regelung. Viele Kunden haben kein Verständnis für die restriktive Regelung und reagieren ungehalten. Leidtragende sind dann häufig die Kassierer der Nachtschicht, die sich dann beschimpfen lassen müssen. Doch das Gesetz hat offenbar Lücken: Tankstellen mit Bistro und entsprechender „Gaststättenkonzession“ dürfen momentan noch Alkohol nachts verkaufen. Auch andere Bundesländer interessiert Sollten die Erfahrungen in Baden-Württemberg mit dem neuen Gesetz positiv sein, haben auch andere Bundesländer signalisiert über eine entsprechende Gesetzesänderung nachzudenken: Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Sachsen, Berlin, Schleswig-Holstein stehen in den Startlöchern. |